DEICHMANN-Förderpreis will Benachteiligten den Rücken stärken
Mit dem DEICHMANN-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit belohnt Europas größter Schuh-Einzelhändler heute sechs mittelständische Unternehmen und Organisationen, die benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt bieten. Jugendliche aufzubauen, die andere ablehnen, das ist das Ziel aller preisgekrönten Projekte. Der Malerbetrieb "Der freundliche Maler" aus Linz und das von dem Grazer Verein Zugänge konzipierte Projekt "heidenspass" belegen die beiden ersten Plätze in den Kategorien "Unternehmen und private Vereine" sowie "Städte, Institutionen und öffentliche Einrichtungen". Rund 50 engagierte Arbeitgeber hatten sich für den mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Wettbewerb beworben. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der DEICHMANN-Gruppe, Heinrich Deichmann, gratuliert den Preisträgern in Wien persönlich zu ihrer Auszeichnung. Schirmherr des Preises ist der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Martin Bartenstein.
Wien, 23. Oktober 2007. Die österreichische Wirtschaft freut sich über eine boomende Konjunktur und stetig sinkende Arbeitslosigkeit. Auch wenn Ende September immer noch rund 40.000 junge Menschen keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz hatten, kann sich die Quote gerade im EU-Vergleich sehen lassen. Wer gute Zeugnisse und Lebensläufe vorweisen kann, für den öffnen Arbeitgeber meist die Tore. Wenn Jugendliche aber eine Behinderung, einen schlechten Schulabschluss oder Defizite im Sozialverhalten mitbringen, gehen die Türen oft schnell zu. "Unabhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage gibt es in unserer heutigen Gesellschaft leider immer bestimmte Gruppen junger Menschen, für die der Einstieg in den Arbeitsmarkt eine nahezu unüberwindliche Hürde ist", erklärt Heinrich Deichmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DEICHMANN-Gruppe und Initiator des Förderpreises. Deshalb sei die sinkende Zahl der arbeitslosen Jugendlichen zwar eine gute Tendenz, aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. "Ausbildung und Arbeit sind für einen jungen Menschen ganz wesentlich für die Entwicklung seiner Persönlichkeit und seines Selbstbewusstseins. Wir dürfen den Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Startschwierigkeiten nicht abschotten. In jedem stecken Talente, die es verdienen, ans Tageslicht gebracht zu werden", so Deichmann weiter. Um Wege aufzuzeigen, wie benachteiligte junge Menschen in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können, schreibt Europas größter Schuh-Einzelhändler dieses Jahr in Österreich das erste Mal den DEICHMANN-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit aus. Für den mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Preis hatten sich dieses Jahr rund 50 Betriebe, öffentliche Einrichtungen und Initiativen beworben. Das Rezept der sechs Sieger, die heute ausgezeichnet werden: ein sensibilisiertes Arbeitsumfeld schaffen, Verantwortung übertragen und Stärken ausbauen.
Erste Preise gehen nach Linz und Graz
Jeweils 10.000 Euro für die Besten der Kategorien "Unternehmen und private Vereine" sowie "Städte, Institutionen und öffentliche Einrichtungen" gehen nach Oberösterreich und in die Steiermark: Der Unternehmer Karl Freundlinger aus Linz engagiert sich im Rahmen seines Malerbetriebs "Der freundliche Maler" seit 1977 im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit. Mit dem Projekt "Chancenlehre" bietet er zwölf Lehrlingen mit Sonderschulabschluss oder mit Lernschwächen die Möglichkeit, eine reguläre Ausbildung zu absolvieren. Das Projekt sorgt für eine spätere Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zwischen den Projektteilnehmern und anderen Lehrlingen. Aus Linz haben es noch zwei weitere Projekte unter die bundesweiten Preisträger geschafft: Die Caritas für Menschen mit Behinderungen bildet in einem Sparmarkt beeinträchtige Jugendliche zu Einzelhandelskaufleuten aus und wird mit dem zweiten Platz (7.000 Euro) in der öffentlichen Kategorie belohnt. Der Magistrat Linz überzeugte die Jury in der gleichen Kategorie mit der Initiative Jobimpuls und erreicht Platz drei (3.000 Euro).
Vorn liegt in der öffentlichen Kategorie das Projekt "heidenspass" des Vereins Zugänge aus Graz. 10.000 Euro Fördergeld erhält der Verein, weil im Rahmen des Projekts Jugendliche, die keine Ausbildung haben, suchtkrank oder sozial verwahrlost sind sowie unter physischen und psychischen Beeinträchtigungen leiden, in einer Designwerkstatt beschäftigt werden. Sie stellen aus Abfallprodukten Taschen, Klemmbretter und anderer Designstücke her. Um ihre Schützlinge nicht zu überfordern, gestalten die BetreuerInnen den Arbeitsalltag so unbürokratisch wie möglich. Die Jugendlichen erhalten fünf Euro pro Stunde und können kommen und gehen, wann sie wollen. Was im ersten Moment ungewöhnlich anmutet, dient der schnellen Hilfe bei finanzieller Not.
Andere Arbeitgeber anstecken
"Bei der Juryentscheidung standen weniger materielle Aspekte oder konkrete Zahlen im Vordergrund, als vielmehr das individuelle Engagement des Arbeitgebers und die Innovationskraft des Projekts", betont Dr. Reinhard Zuba vom Österreichischen Institut für Jugendforschung. Zusammen mit Prof. Dr. Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien, Dr. Johannes Kopf vom Arbeitsmarktservice Österreich, den Geschäftsführern von DEICHMANN Österreich, Peter Hartmann und Georg Müller, sowie dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der DEICHMANN-Gruppe, Heinrich Deichmann, hat er die Auswahl der Preisträger vorgenommen. "Ausschlaggebend war auch, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion, sondern um nachhaltiges Engagement handelte", so der Arbeitsmarktexperte Kopf. "Wir sehen, dass insbesondere der Mittelstand wirksame Lösungen hervorbringt, benachteiligte Jugendliche zu integrieren. Wenn wir durch die heutige Förderung und Bekanntmachung dieser Initiativen dazu beitragen können, dass auch andere Arbeitgeber ihre Ideen und Konzepte aufnehmen, ist das ein großer Erfolg", sagt Heinrich Deichmann.
"Das Unternehmen muss dem Menschen dienen", so lautet das Unternehmensleitbild der DEICHMANN-Gruppe. Mit dem Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit nimmt diese Philosophie einmal mehr Gestalt an. Der Förderpreis wurde in Deutschland im Jahr 2005 ins Leben gerufen und wird dort seitdem jedes Jahr vergeben. Das Schuheinzelhandelsunternehmen mit weltweit über 25.000 Mitarbeitern beschäftigt in Österreich 850 Mitarbeiter, 70 davon sind Lehrlinge. Im nächsten Jahr sollen 30 zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden.
Silvia Kosbow
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